Collective Story Harvesting – Gemeinsames Lernen von Geschichten guter Praxis

Seit vielen Jahrhunderten erzählen Menschen einander ihre Geschichten, Erfahrungen und Abenteuer. In diese Geschichten verpacken die Menschen ihre Erlebnisse, Fakten, Emotionen vor allem aber auch ihre Lernerfahrungen. Geschichten aus der Praxis können komplexe Sachverhalte oft besser wiedergeben, als dies nüchterne Beschreibungen und wissenschaftliche Analysen vermögen. Wir finden uns in den Geschichten wieder, sie regen uns zum Austausch und zum gemeinsamen Lernen an.

All dies macht sich die Methode des „Collective Story Harvesting“ zu Gute. Wir laden Personen, die etwas erlebt oder erreicht haben, ein, im Rahmen einer Konferenz, eines Workshops, einer Klausur ihre Geschichte zu erzählen. Diese Geschichten sollen von einem systemischen Wandel erzählen, einen Durchbruch oder eine große Lernerfahrung in sich bergen. Sie müssen nicht zwingend erfolgreich sein. Ideal ist ein Handlungsstrang der genug Komplexität, Tiefe und Länge hat, um für die Zuhörenden interessant zu sein. Die Diversität der Teilnehmenden sollte sich in den Geschichten widerspiegeln.

Gemeinsam mit den Auftraggebenden werden im Vorfeld der Veranstaltung Gesichtspunkte und Fragen an die Teilnehmenden überlegt, nach denen diese die Geschichten durchleuchten und ernten können. Eine dieser Fragen könnte etwa sein: „Welche Interventionen, Prozesse Anwendungen und Entdeckungen fallen Dir auf?“ oder auch: „Wann ereignet sich ein Durchbruch und was können wir daraus lernen?

Die Untergruppen präsentieren ihre Erkenntnisse im Plenum. Gemeinsam kann nun auf einer Metaebene nach einer gemeinsamen Essenz gesucht werden.


Was ist wichtig?

  • Auch bei dieser Methode ist die genaue Vorbereitung gemeinsam mit den Auftraggebenden von entscheidender Bedeutung: Was soll geerntet werden? Was soll nach dem Prozess mit den Ergebnissen passieren?
  • gemeinsame Auswahl der Gesichtspunkte und Fragen, die in den Gesamtablauf passen,
  • genaue Strukturierung und Vorbereitung der Untergruppen,
  • Planung und Moderation des „Metaharvestings“ zur Ergebnissicherung

Quelle: SPES Zukunftsakademie (2014) Art of Hosting – Handbuch zum Training 23.-25. Juni 2014. Schlierbach, SPES GmbH., S. 70-77.